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notizen
Aus jedem Instrument ist eine Versuchsanordnung entstanden. Jedes Instrument hat eine spezifische Konfiguration, die erlaubt, die Bedingungen dessen Funktionierens hörbar zu machen.
KLARINETTE. Jede Öffnung der Kontrabassklarinette wird mikrofoniert und zu einem Lautsprechen im Raum zugeordnet. Die Bewegungen im Raum sind ein direktes Abbild der Abstrahlmuster im Instrument. Fingersätze, mehr als Noten, definieren die Trajektorien und konstituieren das Material. CELLO. Der Klang eines Streichinstruments wird am Bogen generiert. Das Cello spielt mit einem modifizierten Bogen: statt mit Haaren wird der Bogen mit einem Tonband bespannt. Der Spielkopf wird auf das Instrument befestigt. Bogengeschwindigkeit wird als Tonhöhe hörbar, beim Aufstrich erklingt das Band rückwärts. POSAUNE. Der Klang der Posaune entsteht an den Lippen. In bestimmten Frequenzen wird den Lippen das Schwingen erleichtert, das Instrument resoniert. In unserer Konfiguration verzichten wir auf die Lippen: ein Lautsprecher projiziert im inneren des Instruments (durch den Trichter) die Klänge, die durch ein Mikrofon am Mundstück aufgenommen werden. Es entsteht ein Feedback-Loop, dessen Tonhöhe durch die Länge des Zuges bestimmt wird. E-GITARRE. Nicht das Elektrische, sondern das Magnetische macht die E-Guitarre aus. Das Signal der Gitarre wird zu einem Transducer weitergeleitet, der die Saiten, in einem Feedback-Loop, zum Schwingen bringt. Das Instrument wird negativ gespielt, in dem man Saiten dämpft, um sie zu filtrieren. TROMPETE. Klang wird durch ein Lautsprecher am Trichter projiziert und am Mundstück wieder aufgenommen, mit einer Verzögerung von 10 zu 15 Millisekunden, abhängig davon, welche Ventile geöfnet sind. Das nackte Ohr kann dieses Delay nicht wahrnehmen. Wenn aber Original und Spiegel zusammen kommen, entstehen Interferenzen, die den Klang färben. Wird die Verzögerung moduliert, kann das Spektrum des Klanges verändert werden, so dass verschiedene Obertöne fokussiert werden. KLAVIER. Die tiefsten Saite wurde 240 Mal gesampled (einmal pro Rille) und auf einem Keyboard gespeichert. Die Obertöne, die oft vom temperierten System abweichen, werden mit den „richtigen“ Klavier-Tönen konfrontiert und zur Rechenschaft gebracht. PressMoguillansky erkundet im Grenzbereich von “digitaler” und “analoger” Signalverarbeitung Klangsituationen, die sich einem komplexen Wechselspiel von Instrumenten und technischen Medien verdanken, in dem die Rollen nicht immer klar und eindeutig verteilt sind. Und in dem die Grenzen zwischen Instrumenten und Medien ebenso fließend sind wie die zwischen natürlichen und elektronisch erzeugten Klängen. … Eine Kontrabassklarinette, deren Öffnungen mit 14 Mikrofonen abgenommen und in Raum projiziert werden; ein Cellobogen, der mit Tonband statt mit Haaren bespannt ist und keine Seiten, sondern einen Tonkopf streicht; eine E-Gitarre, deren Tonabnehmer keine Töne abnehmen, sondern die Saiten zum Schwingen bringen; dazu elektronisch präparierte Blechbläser, Posaune und Trompete, und Samples von Klavierseiten, die über ein Keyboard abgerufen werden: Eduardo Moguillansky Stück “Panorama/Phantom/Präparat” ist eine aufwändige Versuchsanordnung, die die Instrumente entgrenzt und mit dem Phantomschmerz ihrer latenten Klangmögichkeiten konfrontiert. Elektronisch präperiert, avancieren die Instrumente zu Medien, die Klänge hörbar machen, die virtuell in ihnen angelegt sind: sie begegnen Phantomen oder Trugbildern ihres natürlichen Klangs. Wolfgang Scherer, SWR2
Das spielerisch hervorragende Ensemble Ascolta unter der Leitung von Johannes Kalitzke bot vier sehr unterschiedliche Stücke dar. Eduardo Moguillanskys „PANORAMA/PHANTOM/PRÄPARAT“ war in Bezug auf die Interkonnektivität des Digitalen noch am Virtuosesten. Ähnlich dem Stück von Pasovsky am Samstagmorgen – hier war es das klangliche Penetrieren eines anderen Instruments – erstellte Moguillansky für jedes Instrument eine Art analoge Feedbackschleife, bei der das Instrument sich selbst zur Klangproduktion antreibt. Die Posaune wird im Innern des Trichters mit den vom Mundstück aufgenommenen Klängen bespielt. Die Gitarre erhält die eigenen Signale durch die Magnetspannung kleiner Lautsprecher am Korpus für die erneute (An-)Schwingung der Saiten zurück. Und so weiter… Wieder ein wirklich spannender Ansatz, wahrscheinlich sogar die interessanteste Verwirklichung eines maschinellen Settings am Instrument. Performativ hat man davon nicht viel mitbekommen, spannende Klangresultate entstanden trotzdem. Bastian Zimmermann, Neue Musik Zeitung
Eduardo Moguillansky in his PANORAMA / PHANTOM / PRÄPARAT refinedly redesigned the relationship between the musician and its instrument, repurposing the technique and function of traditional instruments (for example, the cellist played with an electrified bow which had a magnetic tape instead of hair), thus giving life to a sound world which otherwise appeared purely electroacoustic. Gianluigi Mattietti, Golem
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