Eduardo Moguillansky
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Jardin d'Acclimatation
IV. Tierfrieden

2016 | 15'
ensemble (2.1.2.0/2.1.1.1/2perc, pf, hrp/3.2.2)
8 tapebows, midi keyboard, computer

Score

„Um sich vom monarchischen Despotismus und der feudalen Jagdleidenschaft abzugrenzen, hatte der Leiter des Jardin d'Akklimatation 1827 gefordert, die "Zahl der reißenden Tiere zu reduzieren, denn diese lieferten das Vorbild für eine zerstörerische Grausamkeit, verleiteten zu der Annahme, die Natur habe das Reich der Gewalt legitimiert, und symbolisierten die Tyrannei; vielmehr sei den friedfertigen Tieren der Vorzug zu geben, die ganz natürlich dem öffentlichen Nutzen dienten und gewissermaßen Allegorien des arbeitsamen citoyen seien."
THOMAS MACHO, „Zoologiken. Tierpark, Zirkus und Freakshow“
​

Ein Tonband setzt Erwartungen voraus: nun ist klar, dass die Musiker das Tonband nicht mit derselben Genauigkeit einer Maschine über den Tonkopf ziehen können. Die Verzerrungen der Einzelstimme werden durch den Masseneinsatz geglättet. Nicht drei sondern 8 Musiker bespielen die Tonbände. Schwarmartig begeben sich diese Tiere auf die Klänge, die mal im Tremolo verschwimmen oder ihrer Geschwindigkeit nach in den Bass oder den Diskant versetzt werden. Verschiedene Bewegungstrategien werden typifiziert, die Ergebnisse vom übrigen Ensemble geprüft und transkribiert. Das Protokoll dieses Verfahren bildet das erste Teil des Stückes.
Im zweiten Teil wird das Tonband transkribiert. In einem iterativen Prozess wird das Audio mit zunehmender Auflösung analysiert und für das Ensemble orchestriert, bis aus den Obertönen der Stimme eine harmonische Landschaft entsteht. Dann wird vom Neuen angefangen und der Focus des Zooms verschoben.
A tape implies expectations. It is evident that the musicians are unable to move the tape through the playhead with the precission of the machine. The distortions of the individual voice are flattened through mass deployment. All tapebows together build a meta instrument able to perform global transformations. Different movement strategies are examined, the results are attested by the rest of the flock. The protocol of this procedure builds the first part of the piece.
In the second part the audio of the tape is repeatedly transcribed for the whole ensemble. The magnification used grows with each iteration, until the overtones of the voice transform into a harmonic landscape. Then a new cycle begins and the focus of the zoom is shifted. 

Tapebow

The material used for the tapebow consists of original audio from the "Nürnberger Ärzteprozess" on one half,  and an ascending scale on the other. In the speech fragment an experiment done with jews regarding lack of air pressure is described. 
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Transcription

Original Audio

Transcription


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Jardin d'Acclimatation: Overview